DOMINIQUE C. HAUSSENER

CD-EMPFEHLUNGEN

Jakob Dylan: Seeing Things
Manchmal obsiegt das Einfache und Ursprüngliche. So konsequent, wie einst Levi Strauss seine Vorstellung von einer Hose als Jeans definierte, entspricht Jakob Dylans Album in seiner Klarheit der Verpflichtung an die amerikanische Tradition von Folk- und Country-Musik: Schlichte Songs mit eingängigen aber dennoch charakteristischen Melodien in überschaubarer Länge, vorgetragen von einem Mann und seiner Gitarre, zuweilen mit dezenter Unterstützung von Bass und Schlagzeug. Mit seinem Album "Seeing Things" knüpft Jakob nahtlos an die musikalischen Wurzeln seines Übervaters Bob Dylan an und präsentiert ein höchst bemerkenswertes Album mit zehn Songs, die auch bei einem totalen Stromausfall noch perfekt funktionieren.

Amanda Palmer: Who Killed Amanda Palmer?
Da liegt sie, tot, im weinroten Kleid auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Auf ihrem ersten Soloalbum "Who Killed Amanda Palmer?" klärt die Sängerin der Dresden Dolls gleich mal den Mord an ihrer Person auf. Sie fühlte sich schon immer dem Theater verbunden und insziniert ihre Stücke wie einzelne Akte. Der Opener "Astronaut" setzt mit einem hämmernden Klavier ein, gefolgt von einer belegten und zunehmend exaltierenden Stimme, während das Schlagzeug punktgenau scheppert und Streicher den Powerpop langsam gegen den Himmel abheben lassen. So fesselt das stimmgewaltige Punk-Kabarett immer wieder von neuem und durchläuft ein Wechselbad der Gefühle, von beschwingt zu todtraurig, sonnig zu düster, klassisch zu exzentrisch und wieder zurück.

Stina Nordenstam: And She Closed Her Eyes
Stina Nordenstam ist eine Frau der ganz leisen Töne. Ihre einfühlsame, zerbrechliche und glasklare Stimme schafft eine verträumt-melancholische Atmosphäre, eine ausdrucksstarke Stimmung, die sich wie ein roter Faden durch ihr 1995 erschienens Album "And She Closed Her Eyes" zieht. Begleitet wird die schwedische Songpoetin dabei von Vertretern der skandinavischen Jazz-Avantgarde. Im Vordergrund bleibt die extreme Nähe einer Sängerin, deren Gefühlszustand sich nur schwer erahnen lässt und die man instinktiv in die Arme schliessen möchte. Jedoch bin ich unentschlossen, ob ich diese Dame für ihren Namen oder ihre zerbrechliche Musik drücken will. Ich glaube, ich würde gerne beides tun, einfach um sicher zu gehen.

The Roots: The Tipping Point
Ihr Name ist Programm. Musikalisch bewegten sich The Roots immer abseits der Fliessbandproduktion. Mit "The Tipping Point" wenden sie sich verstärkt dem kargen und soliden HipHop alter Schule zu. Sie verzichten darauf zu zeigen, dass sie Jazz und Funk und Soul in allen Spielarten beherrschen. Songzeilen wie "I don't care as long as the bassline is pumpin" bringen es auf den Punkt. Ein satter und abgestoppt gespielter Bass, eine zwischen Funk und Rock angesiedelte Gitarre und eine Stimme, die dem Begriff "Soul" Sinn verleiht, machen "I Don’t Care" zu einer dieser unwiderstehlichen Roots-Nummern. Alle zehn Songs ergeben eine an Ideen reiche Gesamtheit, wie sie nur Klassiker aufweisen: Ein Black-Music-Album, das auch abseits modischer Trends bestehen wird.

Justin Timberlake: FutureSex/LoveSounds
So gut klang Popmusik seit Michael Jackson nicht mehr! Mit "FutureSex/LoveSounds" kochten Justin Timberlake und Starproduzent Timbaland ein innovatives, frisches und ungemein schmackhaftes Süppchen aus progressiven Electrobeats und futuristischem R’n’B. Das Sahnehäubchen bildet die Eigenart der Herren, eigentliche Vorspeisen mit lässigen Samples, klassischer Orchestrierung und groovigem Beatbox zu respektablen Leckerbissen zu verwandeln und zwei Gänge in einen zu verwursteln. Mit seinem zweiten, ausgewachsenen Soloalbum hat Justin Timberlake bewiesen, dass er nach seiner Boygroup-Karriere zur Speerspitze des heutigen Pop-Zirkuses gehört – all den Kritikern zum Trotz, die an seinem musikalischen Talent gezweifelt haben.

Craig David: Born To Do It
Da mach' ich keinen Hehl daraus: Um die Rubrik R'n'B machte stets einen grossen Bogen. Doch irgendwann bei einem Dry Martini (5cl Gin und 1cl trockener Vermouth) blieben ein paar Klangfetzen von "Walking Away" hängen und machten mindestens so neugierig wie das Dekoltee meines Gegenübers. Ob dieses hielt, was es versprach, weiss ich bis heute nicht, doch das Album hinter dem Ohrwurm tut dies auf jeden Fall. Der 18-jährige Brite mit der samtweichen Stimme und dem schnellen Sprechgesang überzeugt auf der ganzen Strecke. Aparte Gitarren-Picks und 2-Step-Beats, bei denen der zweite und vierte Takt entfällt, sorgen für eine angenehme Frische, wie sie im Sommer am Zürichsee sonst erst einer Briese nach 10 Uhr abends zu vernehmen ist.

The Young Gods: Second Nature
Eine veritable Sensation kam 1987 aus Genf. Gleich mit dem ersten Album heimsten sich The Young Gods das "Album of the Year" der britischen Musikzeitschrift "Melody Maker" ein. Die Musik der jungen Götter war geprägt von brachialem Industrie-Rock, gesampelten Gitarren und Franz Treichlers tiefem, phobischem Gesang. Auf ihrem sechsten Album wurde der Gitarreneinsatz hörbar reduziert und der Schwerpunkt auf sphärische Retortenklänge und treibende Rythmen gesetzt. Mit "Second Nature" schufen die Westschweizer ein kleines Meisterwerk, das sich dem Normalhörer wohl nur zögerlich erschliessen dürfte, aber den perfekten Soundtrack zur Fahrt mit 180 km/h durch Nebelschwaden einer leergefegten Autobahn liefert.

The Prodigy: The Fat of the Land
Nein, nicht durchgeknallt, nur etwas aufgedreht sind sie, die Herren von The Prodigy. Die radikalen Soundphilosophen lassen sich schlecht in ein Schema pressen, stehen für wuchtige Bässe, treibende Breakbeats und wirre Gitarrenriffs, sind roh, rüde und ruppig. The Prodigy sind die geladene Aggressivität auf der Überholspur. Bei ihnen war der Sound schon immer wichtiger als der Song. Mit "Smack My Bitch Up" und "Firestarter" landeten zwei Spitzentracks auf diesem Album - trotzdem streiten sich die Schutzengel, ob dieses audophile Klanggewitter nun das Masterpiece der vier Londoner sei. Aber dies gehört wohl zum Los eines musikalischen Trendsetters, der sich ständig an sich selbst messen muss.

Stephan Eicher: 1000 Vies
Der Schweizer, der es mit seiner sanft-rauen, immer ein bisschen wehmütigen Stimme schon an die Spitze der französischen Charts geschafft hat, hat viele Gesichter. Während Stephan Eicher mit Grauzone in den 80er Jahren auf der Neuen Deutschen Welle ritt, entfernte er sich Stück um Stück von der elektronischen Musik und widmete sich vermehrt der rein akustischen Klangkunst. Der für seine Musik charakteristischen Mehrsprachigkeit blieb er jedoch treu, was ihm ermöglicht, die jeweils passende Sprache für seine Lieder zu wählen. "1000 Vies" ist ein weiterer sehr persönlicher, experimenteller und auch wieder elektronischerer Richtungswechsel, der alles schlägt, was der Klangmaler bisher an Farbtönen schuf, bis hin zur dramatisch schönen Ballade "In Wolken".

DJ Shadow: Endtroducing...
Die Plattensammlung von Josh Davis muss im Verlauf der Jahre unheimliche Dimensionen angenommen haben. Allein auf seinem 1996er Debüt "Endtroducing..." hat er über 500 Alben verarbeitet. Als DJ Shadow experimentiert er mit unterschiedlichsten musikalischen Materialien herum und besteht darauf HipHop zu machen. Doch eigentlich ist das Ding eher TripHop und beim genauen Hinhören ist es Punk, New Wave, Soul, Funk, Jazz, Blues, Techno. Zu Beginn mag man verstört sein ob der Fülle und des Reichtums an Ideen, doch beim zweiten Hinhören beginnen die Feinheiten zwischen den langsamen Rhytmen zu faszinieren. Oder um es auf den Punkt zu bringen: DJ Shadow hat definitiv den Riecher für die fettesten Beats.

Mirwais: Production
Als Sohn einer Italienerin und eines Afghanen in Genf geboren, zog Mirwais Ahmadzai im Alter von sechs nach Paris. Mit House und Jungle trat er in den 90er-Jahren seinen Siegeszug durch französische Clubs an und produzierte mit wachsendem Erfolg für andere Künstler. Auch Madonna wurde auf sein Talent aufmerksam und gewann ihn als Co-Produzenten für ihr Album "Music". Daneben bastelte er im stillen Kämmerlein an seinem eigenen Material: Intelligenter, facettenreicher, französischer Elektro-Pop mit ätzend tiefen Bässen, sirenenartigen Synthispielereien und einem ungeheuren Spannungsbogen. Die Popdiva bedankt sich mit dem Herzstück "Paradise (Not For Me)", in dem La Madone erstmals auf französisch zu hören ist. Merveilleux!

Mark Knopfler: Sailing to Philadelphia
Sicher, der Sultan of Swing wurde entspannter im Laufe der Jahre. Doch darunter litten weder sein ambitioniertes Gitarrenspiel noch sein charakteristischer Gesang - im Gegenteil. Der Drive, der den Dire Straits Weltruhm bescherte, blieb der selbe. Mit viel spielerischem Feingefühl und gewohnter Präzision segelt Knopfler durch sein zweites Soloalbum und trifft dabei auf Kollegen wie James Taylor und Van Morrison, die ihn auf Etappen seiner Reise begleiten. So zählen die Duette mit den zwei Songwritern und Gitarren-Virtuosen zweifelsohne zu den wunderbarsten Begegnungen auf diesem Album, das mit schönen Texten, herrlichen Arrangements und darüber hinaus einer fantastischen Aufnahmequalität zu überzeugen vermag.

Eels: Souljacker
Kein Zweifel, Mark Oliver Everett, der sich kurz und beliebig E nennt, liebt die Widersprüche und zelebriert den Horror. Er weiss, die wirkliche Bedrohung geht nicht von ausländischen Terroristen aus, nein, der Feind lebt mitten unter uns, zum Beispiel als vermeintlich friedliebender Nachbar, der Bomben bastelt oder todbringende Anthrax-Briefe verschickt. In der Balance zwischen Hoffnung und Depression richten die Eels ein Wechselbad der Gefühle an. Musikalisch bewegt sich "Souljacker" zwischen groovenden Bassläufen, rockenden Heavy-Metal-Gitarren, beschwingenden Beats und schwermütigem Gesang. Eine Wohltat für Geist und Seele, romantisch und kompromisslos zugleich dem Rock verschrieben.

Rammstein: Reise, Reise
Sie sind genau so umstritten wie erfolgreich, die deutschen Brachialrocker Rammstein. Hartnäckig kämpfen die Jungs aus Berlins Osten gegen die Vorwürfe, die sie in die Ecke von Kinderschänder, Asylantenfresser und Neo-Nazis drängen. Schuld daran sind freilich Rammstein selbst: Als Meister makabererer Ironie und gezielter Provokation zerren sie Tabuthemen ins Rampenlicht und zelebrieren die deutsche Sprache. Dies notabene in einer Stimmlage, bei der das Blut in den Adern gefriert. Neu auf "Reise, Reise" ist der Humor, den man Rammstein so gar nicht zugetraut hat. So amüsieren sie sich köstlich über die Kritik an ihrem Schaffen, erheben die Faust gegen Washington und liebäugeln mit Moskau. Wer hätte das Gedacht?

Nusrat Fateh Ali Khan & Michael Brook: Star Rise
Die Remixes der Songs von Nusrat Fateh Ali Khan sind ein Meilenstein der asiatischen Dancemusik. Ihnen ging das Album "Night Song" voraus, mit dem der Kanadier Michael Brook die Musik des Pakistaners dem Westen einen Schritt näher brachte. Die indischen Turntableakrobaten zu London unterlegten die ekstatischen Qawwali-Gesänge mit Big Beats und Drum'n'Bass, mischten traditionelle Sitar und Tablas mit westlichen Punk-Gitarren und Jungle-Täkten. Dabei legte die gesamte Asian Dub Liga von Talvin Singh über State of Bengal bis Nitin Sawhney Hand an. "Star Rise" ist für alle die bestimmt, die sich offene Ohren bewahrt haben und die einmalige Stimme von Nusrat Fateh Ali Khan in einem modernen Gewand hören möchten.

Björk: Homogenic
Berührungsängste sind Björk fremd. Homogenic klingt zumal, wie wenn man die Hälfte einer Kraftwerk-Scheibe mit der eines Tschaikowski-Vinyls zusammenpappt und die Klebstoffreste mit der Stahldrahtbürste entfernt. Parallelen zu Islands gewaltiger, klangreicher Natur drängen sich unweigerlich auf. Doch herrscht über dem sich anbahnenden Chaos stets der Gesang. Wie ein Farn im Lavagestein, bahnt sich Björks ambitionierte Stimme einen Weg durch stampfende Rhythmen und symphonischen Klangkulissen. Homogenic ist ein kompromissloses Stück fremde Kultur, das es zu erforschen gilt. Was sich erstmals quer zu den Gehörgängen stellt, geht schon bald überraschend angenehm ins Ohr.

Kapsamun: Mesnatë
Fünf Schweizer und ein Albaner machen Volksmusik, albanische Volksmusik. Was für die einen musikalisches Fernweh ist, ist für den anderen musikalisches Heimweh. Kapsamun bauen auf traditionellen Volkstänzen mit feurigen Rhythmen, mediterraner Frische und sehnsüchtigen Balladen aus dem Kosovo. Der offene Geist für tempramentvollen Welt-Jazz sowie ungerade Taktarten aus dem Orient verpassen der Musik ein zeigemässes Gesicht, das gerne auch mal mit jüdischem Klezmer liebäugelt. Aus diesem grenzüberschreitenden, experimentellen Umgang resultiert eine präzise, melodiöse, erdige Musik von einer Perfektion die hierzulande ihresgleichen sucht.

Laurie Anderson: Big Science
Als 10-jähriger Knirps hörte ich erstmals "Oh, Superman" im Radio. Ein minimalistisch repetitiver 8-Minuten-Songs mit elektrisch verfremdetem Sprechgesang und eigentümlicher Sogwirkung. Er machte Laurie Anderson über Nacht berühmt und damit ihr einzigartiges Talent Text, Musik, Theater, bildende Kunst und neue Medien zu einem homogenen Ganzen zu verschmelzen. Mit ihren kantigen Klangbildern betrat die New Yorker Künstlerin technoides Neuland. Auch wenn sich die Credits ihrer Studio-Alben in den letzten Jahren wie das jeweils aktuellste "Who is Who" der Jazz- und Avantgardeszene lesen, so bleibt das Debut "Big Science" das faszinierendste und experimentierfreudigste Werk, das bis heute kaum an Reiz eingebüsst hat.

Randy Newman: Land of Dreams
Randy Newman singt gegen alle Ungerechtigkeit dieser Welt, gegen Rassismus, Sklaverei und Krieg. Die Botschaft bringt er meist zynisch, ironisch und wahnsinnig ehrlich rüber, was in Amerika immer wieder für Aufregung sorgt. Durchaus gewöhnungsbedürftig ist Newmans Stimme, da der gute Mann eigentlich nicht singen kann. Doch gerade diese tonsuchende, näselnde Charaktere hat etwas Ergreifendes an sich. Mit "Land Of Dreams" veröffentlichte der ambitionierte Songwriter, Komponist und Pianist 1988 ein zeitloses und vielschichtiges Album, eine beschwingte und wortgewaltige Symbiose mit ernsten Momenten, wie wenn er das trostlose Portrait einer zerbrechenden Ehe im still-überwältigenden "Bad News from Home" malt.

Tom Waits: Rain Dogs
Seit jeher wühlt sich Tom Waits querbeet durchs Land der unbegrenzten musikalischen Möglichkeiten. Seine teuflisch rauhe und abgrund tiefe Stimme erschreckt Kinder und verschafft ihm einen Platz an der Bar. Und trotzdem bringt kein anderer so glaubhaft rüber, dass nicht er sondern das Piano besoffen sei. Um die düsteren Geschichten zwischen Nachtleben und Ganoventum dramatisch in Szene zu setzen kürt er das zum Instrument, was andere beim Schrotthändler abgeben. "Rain Dogs" vereint die gegensätzlichsten Stilrichtungen, von Blues über Walzer bis hin zu afrokubanischen Rythmen. Die Symbolik der "Rain Dogs" könnte treffender nicht sein: Hunde, die nicht mehr nach Hause finden, weil der Regen ihren Geruch weggewaschen hat.

U2: The Joshua Tree
Als 1987 "The Joshua Tree" auf den Markt kam, erinnerten die Erfolgsmeldungen an die besten Beatles-Zeiten: Platin in 48 Stunden, Platz 1 in 22 Ländern und Grammys für "Album Of The Year" und "Best Rock Performance". Angereichert mit Hits wie "With Or Without You", "I Still Haven't Found What I'm Looking For" und "Where The Streets Have No Name" schlug das fünfte U2-Album ein wie eine Bombe und machte die Iren über Nacht zu globalen Superstars. Dazu pflegten sie das Fernweh-Image bis zum Umfallen: Frontmann Bono mit Pferdeschwanz, Gittarist The Edge mit Cowboyhut - authentischer geht's nimmer. "The Joshua Tree" gehört zweifelsohne zu den Alben, die auch nach dem 327. Anhören noch zu begeistern vermögen.

Pink Floyd: Dark Side of the Moon
Sie gehört unumstritten zu den meistverkauften Platten aller Zeiten, hielt sich über 331 Wochen ohne Unterbruch in den Billboard-Charts und steht nicht zuletzt aufgrund ihrer klangtechnischen Perfektion in jeder Plattensammlung eines HiFi-Puristen. Pink Floyd verpflichtete mit Alan Parsons einen genialen Tontechniker, der mit ihnen in über acht Monaten diese Synthese aus Rockmusik, modernster Elektronik und epischen Vokalparts aufnahm. Die spannenden Klangeffekte beeindrucken umso mehr wenn man bedenkt, dass 1973 die digitale Aufnahmetechnik noch in weiter Ferne lag. Die melodiösen Songs machen "Dark Side of the Moon" zu einem hervorragenden Einstiegswerk in die psychedelische Welt von Pink Floyd.

Ian Brown: Unfinished Monkey Business
Als Oasis und Blur noch Windeln trugen stand Ian Brown als Frontmann der legendären Manchester-Rave-Band Stone Roses im Rampenlicht. Mit seinem Solo-Debüt will er nun die alten Brit-Pop-Tage hinter sich lassen. So überrascht "Unfinished Monkey Business" mit markanter Individualität, die man bei gitarrengenerierter Popmusik gar nicht erwartet. Brown versteht Pop nicht als kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern als grösste gemeinsame Klammer für alles, was Können und Phantasie eines Musikers an Spannung und Abwechslung hergeben. Der frische Pop ist garniert mit viel elektronischen Samples, melancholischem Blues, groovendem Funk und orientalischen Klängen. Hut ab für dieses starke Stück "Alternative-Brit-Rock".